Ich bin ein politisch interessierter Mensch. War ich schon immer. Aber mein Interesse schwand, durch das Gefühl nicht vertreten zu sein. Von niemanden. Dann kamen neue Parteien. Die klangen spannend. Sind sie auch. Sie bringen Schwung in das angestaubte System. Aber ich kann mit keiner Partei in allen programmatischen Punkten übereinstimmen, schon gar nicht, wenn es ideologisch wird. Daraus ergibt sich die Wahl der größten Schnittmenge. Das ist ärgerlich. Ich will nicht gezwungen sein, einen Programmpunkt zu wählen, mit dem ich so gar nicht kann, nur weil ich drei andere Punkte sehr gut finde. Was ist das für ein System? Wie unflexibel! Und wie veraltet.

Passt es in eine moderne Welt, in der Informationen so vielfältig und rasch zugänglich sind, gleichzeitig aber kaum Verstanden werden und der Widerspruch zwischen Besinnung auf lokale Werte und Angleichung von Werten auf globaler Ebene täglich gelebt wird, dass man sich für die eine und einzige Weltanschauung entscheiden soll?

Keep calm and vote for me

Alle reden von der Generation Y und wie sie arbeiten und leben möchte. Das arbeiten ist das Eine, aber wie sieht es mit der politischen Mitbestimmung aus? Wenn wir unser Geld für unsere Ideen schon nicht mehr bei Banken holen, sondern Investoren suchen – seien es große oder viele kleine in Form von Crowdfunding. Wenn sich die Wirtschaft und die Gesellschaft in einem rasend schnellen Tempo ändern, warum nicht auch die Politik? Wenn das Gebot der Stunde für die Generation Y und die Wirtschaft von heute lautet „disruptive“ zu sein, warum soll das nicht auch für die Politik gelten?

Natürlich geht nichts von heute auf morgen. Doch irgendwann muss man anfangen. Nur wann? Oder sehe nur ich das so? Ich will keine Parteien wählen. Ich will Lösungen wählen. Lösungen für ein Problem. Oder noch besser: Lösungen ohne Probleme davor. Manchmal kann die richtige Antwort bei den Grünen liegen, manchmal bei der ÖVP und wiedermal ein andermal bei den Neos oder wo auch immer. Was solls. Ich brauch keine Ideologie. Ich brauche Lösungen und Umsetzungen. Kein zerreden und keinen Parteistellungskrieg. Wenn die Mehrheit für die Lösung von Partei X ist, dann soll sie den Lead für die Umsetzung haben.

Ja, ich weiß. Dieser Ansatz ist nicht perfekt und bei weitem nicht durchdacht. Es ist ein Gedanke. Ich wünsche mir mehr solche Gedanken, die einen Prozess in Gang bringen, der das politische System ändert, denn das heutige politische System ist nicht mehr zeitgemäß für das Hier und Jetzt und schon gar nicht für die Zukunft.

Teig-Sushi

Vor kurzem hat mein Partner in all Crimes, anlässlich meines Geburtstages ein Foto von mir gepostet, auf dem ich mir genüsslich rohen Teig von den Fingern lecke. So weit so gut, als ich mit den Worten „So süss, wie eine 2-jährige” darauf angesprochen wurde,  dachte ich mir nur: Richtig! Die Motivation der 2-jährigen Susi hab ich mir innerlich behalten. Warum?

Roher Teig – oder wie Natalie es vor kurzem benannte: Teig-Sushi – schmeckt einfach nur verdammt  lecker und lässt sich herrlich ablecken. Sehr oft besser, als das eigentliche Endprodukt (Sorry Jürgen..). Das kann dann schon mal zu trocken ausfallen, oder gar nicht mehr so süss wie in der Ursprungsform schmecken. Natürlich hat auch der Reiz des Verbotenen bzw. die Verknappung (Mann nimmt Schüssel schnell wieder weg) eine hohe Anziehungskraft, die das Zutatengemisch äußerst sexy machen. Bei meinem Mann darf man nur in Ausnahmefällen vom unfertigen Produkt naschen und bei Mama und Oma durfte ich nur die leeren Schüsseln ausschlecken, aber sicher nicht einmal schön mit dem Löffel in die ganze Masse rein. Immer das, was man nicht haben kann?

Früher, als ich noch keinen Mann hatte, der auch schon mal einfach so in der Früh aufsteht, um spontan für das Frühstück was zu backen (Ja, ich bin im Paradies), weil wir nichts da haben, da habe ich sehr oft Mamas Marmorkuchen-Rezept nachgebacken, aber nur um den rohen Teig zu naschen. Wenn ich dann genug hatte und/oder mir schlecht wurde, wurde der Rest in eine Gugelhupf-Form verfrachtet und in den Ofen geschoben, nur fürs Protokoll und der Rest interessierte mich dann schon nicht mehr.

Weil ich mal nicht so bin, teile ich das Teigrezept mit euch, fertig backen keine Vorraussetzung. Was ihr dann daraus macht – Gugelhupf, mit Obst belegen, weiß der Teufel – ist mir egal. Mir geht es nur um die lecker rohe Masse. Teig-Sushi eben.

Zutaten:

5 Eier

300 g Mehl

300 g Zucker

1/8l Öl

1/8l Wasser

etwas abgeriebene Zitronenschale (natürlich von einer unbehandelten Zitrone)

1/2 Pkg. Backpulver

1 Pkg. Vanillezucker

3-4 Esslöffel Kakaopulver

Die Eidotter mit Zucker, Öl, Wasser, Zitronenschale und Vanillezucker schaumig schlagen. Die Eiweiß extra zu Schnee schlagen. Das ganze dann vermengen und Backpulver und Mehl unterheben. Einen Teil davon in eine extra Schüssel und den Kakao unterheben. Jetzt genießen!!!

Wer danach wirklich einen Marmorguglhupf daraus macht, gibt zuerst die helle oder die dunkle Masse in die zuvor ausgebutterte und mit Brösel bestreute Backform und leert dann die andere dazu. Einmal kurz mit dem Gummihund durch die Masse gerührt – aber nicht verrührt – und man bekommt eine schöne Marmorierung. Bei 180° ca. 45 Minuten lang backen und fertig!

 

Eloquent Teig

Neues Jahr, neue Yoga-Challenge

2013 hatte ich einen Vorsatz: 364 Tage Yoga zu machen. Warum 364 Tage? Ich bin erst am 2. Jänner auf die Idee gekommen.

Zu Beginn war ich sehr fleißig mit dem Posten von Bildern. Ich bekam sehr viel Zuspruch und insgesamt war es eine großartige Herausforderung. Mitte des Jahres sind wir in eine neue Wohnung übersiedelt. Ich habe nun einen fixen Platz für meine Yogamatte. Trotzdem ich immer noch meist gleich in der Früh nach dem Aufstehen meine Asanas angegangen bin, war ich aber nicht mehr vorm Bett und konnte der besseren Hälfte, die entsprechend später erst aufstand auf die Schnelle mein Handy in die Hand drücken, damit er schlaftrunken meine Challenge dokumentiert. Resultat: Die Fotos wurden seltener und immer mehr hegten den Verdacht, dass ich meine Challenge gestoppt hätte. Dem war aber nicht so. Ich war brav. Sogar an Tagen an denen ich krank war (mit entsprechend schonenden, eher meditativen Übungen). Aber ich gebe zu, die Motivation ließ nach. Gegen Ende des Jahres häuften sich die Momente an denen nur schnell für 10 Minuten die Sonnengrüße durchexerziert wurden oder ich hastig durch die Positionen gerast bin. Immerhin besser als gar nichts zu machen, aber auch nicht das was ich wollte. Außerdem bin ich zwar sicherlich stärker und flexibler geworden insgesamt. Aber der richtige Fortschritt in einzelnen Positionen fehlt mir. Dazu habe ich zuviel abgewechselt bei den Asanas.

Jetzt ist die Challenge vorbei. Einerseits waren die ersten Tage im Jänner eine Erleichterung. Nicht mehr täglich irgendwie das Yoga-Ritual einbinden sondern einfach mal sagen: “Ich mach heute nichts.” Ich habe seither dennoch hin und wieder “praktiziert”. Jedoch nur circa 2 mal wöchentlich. Andererseits fehlt mir die Routine und irgendwie muss ich mich körperlich betätigen um das Ergebnis meiner Essgewohnheiten nicht ausufern zu lassen und mich generell geistig und körperlich fit zu fühlen. Das Gleiche wie letztes Jahr zu machen wäre mir aber zu langweilig. Yoga ist jedoch das Einzige an dem ich ernsthaft über einen längeren Zeitraum dranbleibe. Das hat die Erfahrung gezeigt.

Darum bin ich zu folgendem Entschluss gekommen: Ab 1.2.2014 starte ich die #365YogaChallenge. Bis zum 31.1.2015 wird wieder jeden Tag Yoga gemacht. Was soll daran anders sein als letztes Jahr, außer, dass es einen Tag mehr ist? Ich sag’s euch. Ich setze mir diesmal Monatsziele. Eine Position, die ich in diesem Monat jeden Tag einbaue, um darin Fortschritte zu machen – oder auch nicht, was mir vielleicht zeigen würde, dass ich es einfach nicht besser kann. Das werde ich dann wohl sehen.

Im Februar starte ich mit: Utthita Hasta Padangustasana (A + B). Eine Position, die ich schon sehr lange kenne, auch immer besser darin wurde über die Jahre, aber den Eindruck habe anzustehen. Im Grunde geht es darum einen Fuß zu fassen, ihn nach vorne auszustrecken (5 Atemzüge lang) und danach seitlich zu strecken mit Blick in die entgegengesetzte Richtung (5 Atemzüge lang). Im Foto unten, das heute – also zum Start meiner neuen Challenge – aufgenommen wurde, seht ihr, dass ich eindeutig noch daran zu arbeiten habe. Keine meiner beiden Beine ist ganz durchgestreckt, meine Schultern sind nicht gerade, sprich die Schulter geht immer mit nach vor und meine Hüfte ist nicht offen genug, um das Bein wirklich gut seitlich zu strecken. Ich bin gespannt, ob sich das innerhalb des Monats ändert. Das Vorher-Nachher-Foto gibt es auf alle Fälle.

Auf meinem Tumblr gibt es alle Fotos vom letzten Jahr und jenen, die heuer hoffentlich noch folgen werden auf einem Blick.

myeverydayyogaday1

Wenn ich nur noch einen Tag zu Leben hätte

Dieses Gedankenexperiment kennt ihr bestimmt: Was würde ich tun, wenn ich nur noch einen Tag zu Leben hätte?

Vor kurzem habe ich mit Marion darüber geplaudert. Fragt mich nicht, wie wir auf das Thema gekommen sind. Meine Antwort ist schon seit einigen Jahren: Essen. Sofern ich es kann und mir nicht der Appetit abhanden kommt.

Ja, natürlich würde ich die Zeit nur mit meinen Liebsten verbringen. Unbedingt. Aber essend. Ein Tag voll lukulischer Genüsse. Weil ich’s kann. Kein Budgetlimit. Keine schlechtes Gewissen ob der Konsequenz der Gewichtszunahme. Kein Bewegungsdiktat um das Gegessene besser zu verdauen. Einfach ein letztes Mal genießen in vollen Zügen. Was ist lebensbejahender als die Sinneseindrücke eines guten, umami Essens? Und wann scharrt man seine Liebsten meistens um sich: Beim Essen. Da haben alle etwas davon.

Ihr seht, Nahrungsaufnahme ist mir sehr wichtig. Ich finde es bei Reisen meist spannender landestypische Gerichte zu verkosten als so manche Sehenswürdigkeit zu bestaunen. Man könnte den Verdacht hegen, dass meine Wahl des Lebenspartners auch etwas mit seinen hervorragenden Kochkünsten zu tun hat. Frau will ja ernährt werden und Liebe geht bekanntlich durch den Magen.

Wie dem auch sei. Am letzten Lebenstag müsste er mich auch bekochen. Zum Bespiel mit seine Käsespätzle – das erste Gericht, dass er je für mich gekocht hat, bei einem unserer ersten Dates ;-) Oder eines seiner berühmten Currys, die mir zuvor unbekannt waren und ich durch ihn lieben lernte.

Aber da man ja jeden Tag Leben sollte als wäre es sein letzter, esse ich fast immer als wäre es ebensolcher. Deshalb brauche ich bald wieder eine Challenge, damit mit mir keine körperliche Unzufriedenheit den Appetit verderben kann. Ich hab da schon etwas im Kopf. Mehr dazu in Kürze.

karfiolcurry2_goldschwarz spaetzle_goldschwarz

Doggie Bag für Mitbringsel

Na? Seid ihr alle schön voll gegessen nach den Weihnachtsfeiertagen? Ich bin es ganz bestimmt. Aber ich finde, gutes Essen muss gegessen werden. Wer in den nächsten Tagen noch die eine oder andere Keks-Ladung an sich sicherlich übermäßig darüber freuende Gastgeber liefern muss, kann so wie ich vielleicht folgende Doggie Bag Anleitung gut gebrauchen. Einfach und schnell gebastelt und ein bißl netter als das Tupperware-Geschirr.

Ich habe die Griffe umgeklappt und mit unseren Firmen-Stickers fixiert, da man sie so auch auf den Tisch stellen kann.

Da der Bedarf nach dieser Transportmöglichkeit sehr spontan entstand (“Schatz, ich nehm sicher nicht meine herrlichen Muffins in hässlichen Plastikbehältnissen mit. Kannst du nicht schnell was basteln?”) hab ich einfach zu einem Bogen Buntpapier gegriffen.

Das Ergebnis:

 doggiebag_eloquent

Die Anleitung:

Soundtrack für die Feiertage mal anders

Freut ihr euch schon auf die Feiertag? Ich sehr. Für mich sind neben Familie, Freunden und Faulenzen zwei Dinge sehr zentral: Weihnachtsmusik und gutes Essen. Ersteres, ich geb’s zu, kann einem auch recht schnell auf die Nerven gehen und letzteres sehr auf die Hüften. Gleichzeitig gibt es zu dieser Jahreszeit auch jede Menge Jahresrückblicke. Einer davon: Die größten Hits des Jahres. Tja, wie das jetzt alles zusammenhängt? Berechtigte Frage. Ich lasse Jimmy Fallon antworten und singe einfach nur mein Weihnachtsmotto: “I’m up all night to get turkey!”

Page 1 of 26