Portionierte Feinde

, am 08. November 2011

Fans des Films “Fight Club” kennen sicherlich die Idee der portionierten Freunde. Die Hauptfigur (ist euch je aufgefallen, dass man den Namen nie erfährt, oder irre ich mich da?) kommt auf diese Idee aufgrund seiner vielen Flugreisen. Auf einem Flug ist alles portioniert. Das Plaudern mit einem Sitznachbarn kann so zu einer portionierten Freundschaft werden.

Auf unserem Flug nach New York, habe ich eine gegenteilige Erfahrung gemacht. Ich nenne es: Mein portionierter Feind.

8,5 lange Stunden

Flugreisen sind eigentlich einfach nur anstrengend. Stunden vorm Abflug muss man schon am Flughafen sein und sich gefühlte 100 Mal irgendwo anstellen und warten. Dann die Sicherheitskontrolle, bei der ich mich diesmal oben rum komplett frei machen musste, weil sich rausstellte, dass mein BH den Sicherheitsdetektor ausgelöst hat.

Danach endlich, etwas abgenervt, rein in den Flieger, wo man uns durch die Business Class durchspazieren lässt, um uns zu zeigen: “Tja, ihr Idioten. So bequem könnte Reisen sein, wenn ihr es euch leisten könntet”, um dann den eingepferchten Platz in der Economy Class einzunehmen. Whoop! Whoop! Aber hey, ein Fensterplatz ist uns sicher. Nur leider besteht die Reihe bis zum Gang nicht aus zwei Plätzen sondern drei. Das heißt, ich  darf mich in die Mitte quetschen. Unser Sichtnachbar – ein älterer Herr – ist schon da und als er sich erhebt, um uns unsere Plätze einnehmen zu lassen, stelle ich erfreut fest: Oh yeah, riecht nach altem Mann. Und diesen Geruch darf ich jetzt 8,5 Stunden in der Nase haben. So freut man sich auf den Abflug.

Ich nehme mir vor, meine Nase also für die nächsten paar Stunden in Richtung meiner besseren Hälfte zu halten, denn der riecht immer gut. Dann startet jedoch mein Sitznachbar einen kläglichen Versuch einer Konversation und ich denke mir nur: “Ich will meine Ruhe!” Er möchte von mir wissen, woher wir sind und worin der Unterschied liegt zwischen Deutschen und Österreichern, denn er sieht keinen. Hätte ich gesagt, dass es keinen gibt, hätte er genauso weiter argumentiert, als wenn ich gesagt hätte, dass es so viele gibt und sie im aufgezählt hätte. Das hat mich so genervt, dass ich etwas getan habe, dass ich normalerweise gar nicht aushalte zu tun: Ich habe einfach während er weiterredete meine Kopfhörer eingestöpselt und ihn ignoriert.

Doch er sollte sich rächen. Als das Essen kommt spüre ich wie er mich beim Essen beobachtet und zu mir rüberschmatzt. Als ich ein Backgammon Spiel am iPad anfange und einmal kurz länger überlege, redet er mir in meinen Spielzug rein. Ich, die Freundlichkeit in Person, höre mich ihn anschnauzen: “I know!”. Und da ist noch die Armlehne! Keine Chance, dass ich die bekomme. Aus Rache, hat er sich meine geschnappt. Dabei hat er auch seine linke Lehne zusätzlich und in der von ihm besetzten Armlehne befindet sich die Fernbedienung für meinen Bildschirm. Jedes Mal, wenn ich lauter, leiser schalten möchte oder auf einen anderen Kanal wechseln, muss ich ihn bitten, die Hand wegzunehmen. Psychoterror!

Klingt nach Kleinigkeiten? Stimmt. Aber wenn man einfach erledigt ist und seine Ruhe haben will, sind das Dinge, die einen 8,5 Stunden lang nerven können.

Genug gesudert, denn schließlich ist New York schlichtweg genial! Der Ärger hat sich also ausgezahlt.

Was war eure schlimmste Flugerfahrung?

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I am ready

, am 01. November 2011

Na? Habt ihr alle brav Halloween gefeiert? Einige sind vielleicht etwas verkatert. Andere wollen nicht, dass die Party zu Ende ist. Für letztere hier ein feiner Track von Size 9. Empfohlen von Jürgen – ist ja auch schon ein eeeeeetwas älteres Stück. :) Beim Digitalisieren seiner Plattesammlung hat er mir den Song vorgespielt und was soll ich sagen, ich ging ab wie Schmidts Katze. Der Track baut sich wie guter Sex langsam aber spannend auf. Zwischendurch verfällt er in HipHop Beats, um dann circa ab Minute 7 orgiastisch zum Höhepunkt zu kommen während die Frauenstimme unerbittlich “I am ready” von sich gibt. Ist vielleicht nichts für jedermann, aber jetzt, heute, hier, in diesem Moment einfach gut. :) But listen for yourself:

Kategorien: Musik | 3 Kommentare »
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