Casino, Peyman und Models

Gestern Abend war ich im Casino mit meinem Liebsten. Das machen wir ab und zu ganz gerne. Casino Baden natürlich, denn das Wiener Casino kann mit dem Ambiente nicht mithalten. Das ist eine der wenigen Gelegenheiten, mich fein rauszuputzen und die Kleider und Schuhe auszuführen, die ich mir meist nur für Hochzeiten gekauft habe und ein 4-gängiges Do&Co Menü zu genießen, zu einem halbwegs vernünftigen Preis mit der Möglichkeit meine Ausgaben vielleicht sogar wieder reinzuspielen. Ich mag also die Atmosphäre und den Nervenkitzel.

Hier mein gestriges recht einfaches Outfit – hätte ich gewusst, dass ich Peyman Amin von Germany’s Next Topmodel begegne, hätte ich wahrscheinlich etwas anderes ausgewählt. Aber dazu später.

Sueholzer im Casino Outfit

Der Melting Pot der Gesellschaft

Im Casino findet man die unterschiedlichsten Personen.

  1. Die “Wir-gehen-einmal-ins-Casino-und-nie-wieder”-Leute,
  2. die Hardcore Spieler,
  3. die “Schauen-wir-einmal-was-passiert-und-amüsieren-wir-uns”-Besucher,
  4. die Verzweifelten, die ihr allerletztes Geld versetzen, als letzte Chance vielleicht mehr daraus zu machen.

Das ist natürlich nur eine grobe Einteilung meinerseits. Ich zähle mich zu Kategorie 3. Innerhalb dieser Gruppen gibt es – und das finde ich sehr interessant – keine Alters- und Klassenbeschränkungen. Sprich, die Omi, die sich bei den Spielmöglichkeiten besser auskennt, als so mancher Jungspund findet man hier genauso wie die reiche Lady, die gleichzeitig auf mehreren Tischen spielt, um ihr Geld zu vermehren, oder eine Gruppe Araber, die absolut nicht einsehen, warum sie Croupiers Trinkgeld geben sollten sowie den notorischen Spieler, bei dem man sich nicht sicher ist, ob er überhaupt Spaß am Spiel hat uvm.. Gestern übrigens alle vor Ort angetroffen und alle spielen auf den selben Tischen, wenn auch mit unterschiedlichen Einsätzen und hoffen auf das selbe: Das Casino zu überlisten! Ich zum Beispiel dadurch, dass ich beim Roulette-Tisch erst setze, wenn die Kugel schon geworfen wurde, da mir irgendjemand mal erzählt hat, dass manche Croupiers ungefähr bestimmen können, wo die Kugel hinfällt. Ich glaube, das ist absoluter Blödsinn und ein Bekannter, der selbst Croupier ist, meint das auch. Aber man weiß ja nie!

Gestern habe ich übrigens gewonnen. Das ist natürlich optimal. Ich habe aber auch schon verloren. Um Spaß zu haben im Casino gilt: Setze nichts ein, was du nicht auch bereit wärst zu verlieren.

Übrigens, nur zu eurer Sicherheit: Wer mehr als vier mal wöchentlich ins Casino geht, muss einen Einkommensnachweis hinterlegen. Ich hoffe aber, dass das niemand von euch notwendig hat.

So, jetzt aber zum Promi-Teil.

Peyman, please smile for me!

Das Casino Baden ist nicht nur Spielhölle, sondern Veranstaltungsort zugleich. Gestern fand die “Strictly White”-Party dort statt. Wie der Name schon sagt ein Fest, zu dem nur Besucher dürfen, die sich ganz in weiß kleiden. Meiner Meinung nach eine furchtbare Erfindung, denn es gibt nichts langweiligeres als hunderte fast gleich angezogene Menschen. Die Party dürfte nicht gehalten haben was sie versprach, denn im Laufe des Abends verirrten sich immer mehr Weiße in den Spielbereich. Während wir eine kleine Cocktailpause einlegten auf der Terrasse, waren auch dort die hell gekleideten Menschen unterwegs. Einer davon Peyman Amin, Juror bei Germany’s Next Topmodel, der, wie ich heute herausfand, als DJ engagiert war für das Fest. Ein kleiner Tausendsassa, der Herr Peyman!

Was macht man nun in so einer Situation des Promi-Spottings? Geht man hin und belästigt die Person, die wahrscheinlich nicht das geringste Interesse an einem hat? Tut man so als erkenne man sie nicht? Verschwindet man kurz auf die Toilette, um sich auf die Schnelle als Heidi Klum zu stylen? Geht man vor ihm auf und ab und tut so als wäre man auf einem Catwalk? Wird er einen mit harten Worten bestrafen wie “Du siehst scheiße aus und kannst nicht einmal gehen!”?

Nun, ich habe mich dazu entschieden, das Risiko auf mich zu nehmen, um mir die Gelegenheit einfach nicht entgehen zu lassen ein Foto mit ihm zu machen als Beweis, dass ich keinen Blödsinn erzähle und bin dabei – nur zur Sicherheit, man weiß ja nie – sehr catwalkmäßig auf ihn zugegangen. Das Ergebnis seht ihr unten. Leider muss ich euch mitteilen, dass ich nicht seine nächste große Laufsteg Entdeckung bin. Er war auch nicht so gemein, wie manchmal bei Germany’s Next Topmodel, noch so affig und peinlich gezwungen lustig, wie bei manchen TV-Auftritten. Er war einfach nur…nett.

Peyman and Sueholzer

  1. Jürgen LiechteneckerNo Gravatar

    War ein sehr netter Abend und der Herr Peyman ist ur klein und dünn ;)

  2. RonniNo Gravatar

    Ich bin hocherfreut, dass du jetzt auch extra eloquent bloggst! Da bin ich schon einmal gespannt, was da kommt… :)

  3. Ulli Cecerle-UitzNo Gravatar

    Und ich dachte schon, Herr Claus persönlich wäre aus Berlin angereist, um es in der Provinz ordentlich krachen zu lassen. 2x falsch gedacht! Zum Einen hasst Herr Claus Peymann die Provinz und zum Anderen schreibt er sich ja mit nn. Dementsprechend schnell hat sich also meine irrige Annahme richtig gestellt.
    Falls Ihr aber ganz schnell eine nette Geschichte über Chinesen, Peymann und Sprachverwirrungen hören wollt:
    Es begab sich zu einer Zeit, als der begnadete Theatermacher noch in Wien weilte. Mein Mann und ich wählten – einem Gastrotipp folgend – den für uns diametral am weitest entferntesten Chinesen der Stadt im 19. Bezirk. Die Hallen leer, das Personal bemüht. In einer anderen Ecke des Lokals nahm unmittelbar nach uns als einziger Gast Herr Peymann Platz. Was soll ich sagen, der Mann wollte einfach nur in Ruhe seit Sezuanhuhn essen. Da hat er die Rechnung ohne die Wirtin gemacht. Kundenorientiert beharrlich in einem bis auf die Unterhose peinlichen Dialog wollte die gute Frau wissen, “Hat es Ihnen geschmäähgd?”, was Herr Peymann (lupenreines Burgtheaterdeutsch gewohnt) nicht und nicht verstand. Nach der 5ten (!) Nachfrage “Wie bitte” wurde die Gastro-Farce resignierend, kopfschüttelnd und unwirsch von ihm beendet mit den Worten “Versteh’ ich nich’…!”

  4. SusanneNo Gravatar

    @Ulli
    Auf Claus Peymann bin ich natürlich nicht gekommen! Wobei die Überschrift des Artikels Casino, Peyman und Models dann gleich eine ganz andere Geschichte im Kopf entstehen lässt. Peymann lässts in der Provinz krachen, wie du richtig sagst. ;))

  5. SandraNo Gravatar

    wow, hey ich mag dein outfit total! ich war noch nie im casino, aber vielleicht sollte ich das mal tun, denn ich sehe immer diese ganzen tollen abendkleider im internet und würde am liebsten welche bestellen, aber dann fällt mir ein, dass ich ja eh kaum eine gelegenheit habe, sie zu tragen…

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