Hello Monday

Am 10. September 2014 hat sich mein Leben schlagartig geändert. Ich bin Mutter geworden. Nichts und niemand konnte mich darauf vorbereiten. Noch dazu, da alles etwas turbulent und komplizierter sowie verfrüht verlief. Aber jetzt ist alles gut. Jetzt bin ich im Alltag des Mutter sein angekommen. Und was soll ich euch sagen, ich muss aufpassen, dass ich nicht zum Hausmütterchen mutiere.

Mein Leben beschränkt sich derzeit auf eine wesentliche Sache: Essensversorgung für unseren kleinen Wonneproppen. Da es mittlerweile mit dem Stillen ganz gut klappt, fühle ich mich nun weniger wie eine Milchkuh (Stichwort: Milch abpumpen – selten etwas entwürdigenderes vor Menschen getan.) sondern mehr wie eine Tankstelle. Das ist ja schon mal was. Akribisch notiere ich mir derzeit die Essensmahlzeiten meines Sohnes, auch wenn ich schon davon abgekommen bin, ihn immer zu wägen, um zu wissen wie viel er tatsächlich getrunken hat. Die Uhrzeiten und die Dauer reichen mir mittlerweile. Vielleicht gibt es da ja ein Muster, das sich entschlüsseln lässt. Ich muss nur ganz genau hinschauen, da bin ich sicher. Bisher muss ich jedoch feststellen, auch nach unterschiedlichster Datenaufbereitung ist es einfach was es ist: Clusterfeeding – auch Stillen nach Bedarf genannt. Will er essen, bekommt er essen. Ist ja auch logisch. Überfüttern wie mit dem Flascherl, sodass dann mal eine Zeit eine Ruhe ist, ist mit der Brust schwer möglich – kann ihm ja nicht meine Brust in den Mund entleeren. Ich denke, mein Data Mining werd ich wohl auch bald aufgeben.

Clusterfeeding bedeutet aber auch: Sohn hat schon drei Mahlzeiten intus während die Mama gerade mal eine halbe Banane verdrückt hat. Oder: Müll runterbringen oder Kuchen backen wird zu einer Aufgabe, die sich über mehrere Stunden zieht, da das Kind entweder Aufmerksamkeit oder verteiltes Essen braucht. Wenigstens ein Friseurbesuch ging sich vor Kurzem aus. Dort gabs dann auch eine Mahlzeit. Brüste an den unmöglichsten Orten hervor zu holen, wird allmählich zur Routine.

Tja, und genau so langweilige Geschichten habe ich derzeit auf Lager. Für mich total vereinnahmend. Für den Rest der Welt nicht gerade der Burner. Umso schöner ist es, wenn ich Montags mit dem Kleinen einen kurzen Besuch in der Agentur absolviere, mich neugierig durch die Projekte frage und meinen Senf dazu abgebe. So habe ich zumindest das Gefühl, dass ich nicht völlig auf ein kleines Mini-Universum beschränkt bin, dass derzeit stolze 3.880g wiegt. Ok, ich muss meinen Quantify-Him Drang unter Kontrolle bringen.

eloquent mum

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4 Kommentare

  1. Ich gratuliere zum Nachwuchs und wie ich lesen kann bleibt der Humor nicht auf der Strecke.
    Ist locker zu lesen und hat mich, als Vater eines 5 Monate alten Sohnes, sehr gut unterhalten.
    Bitte mehr.

  2. Am besten finde ich immer die Frage “Wie oft stillen Sie?” – Darauf kann ich nur sagen: “Äääh, dauernd?!” Vor allem Ärztinnen und Ärzte fragen das gern.

    1. ja, darauf weiß ich auch nie zu antworten. oder “wann trinkt er denn das nächste mal?” wenn man gerade fertig gestillt hat. leider keine ahnung.

  3. Ja, wie wenn man das so leicht sagen kann – man würde es ja selber gerne wissen! Gut auch die Frage, wie das in der Nacht so ist, wie oft man da stillt. Als ob da (gerade am Anfang) ein Unterschied zum Tag ist! Wenn das Baby ständig gestillt werden will, dann bezieht sich ständig auf 24/7, nicht nur auf tagsüber.

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