Interview: Illustratorin Kira Howanietz

Ich möchte hier auf eloquent auch gelegentlich für mich interessante Menschen vorstellen. Beginnen möchte ich heute und zwar mit meiner Freundin Kira Howanietz. Auf Twitter bekannt als kirikirii.

Kira malt gut und ist ein herzenswarmer Mensch mit einem interessanten Lachen. Genauer gesagt macht sie Illustrationen. Ein paar Eindrücke gefällig?

Dress your FearZuneigungAgressionLeichtigkeit

Kira im Gespräch

Wenn du dich in 3 Worten beschreiben müsstest, wie würden sie lauten?

Ich bin ich.

Hast du ein bestimmtes Genre im Kopf für deine Comics oder zeichnest du quer durch die Bank?

Ein Genre habe ich nicht festgelegt, es kommt mir auf die Idee an. Die Idee muss einfach gut sein.

Wie setzt du deine Illustrationen um?

Ich starte mit einer Handskizze. Sie beruht auf der Idee, die ich im Kopf habe. Wenn ich mich einem neuen Bereich zuwende, wie zum Beispiel Kinderbuch, finde ich es wichtig, sich im Vorfeld umfassend über diesen Bereich, den Markt, die Regeln, Möglichkeiten und Klassiker zu informieren. Wie der Hase läuft. Bei der Umsetzung arbeite viel mit Illustrator und Vektoren, und Photoshop.

Welcher ist dein Lieblingscomic und warum?

Calvin und Hobbes, wenn es um Comics geht. Ein genialer Comic von Bill Watterson. Darin geht es um den kleinen Jungen Calvin und seinen zum Leben erwachten Stofftiger Hobbes. Benannt nach 2 Philosophen, erleben die beiden die Abendteuer der Kindheit, wobei Calvin ein kleines, phatasievolles Gfrast ist, das seine Eltern bis zu Weißglut treibt. Bill Watterson hinterfragt durch seine Figuren, er reflektiert. Witzig, intelligent, sarkastisch, verrückt, pointiert. Eine geniale Aussage tätigt Calvin in einem der Strips: “Sometimes I think the surest sign that intelligent life exists elsewhere in the universe is that none of it has tried to contact us.” Watterson war ein großer Fan von den Peanuts. Ich finde, er hat mit Calvin und Hobbes etwas ähnlich Bedeutendes und Wertvolles geschaffen.

Wie gehst du an ein Comic heran? Zuerst die Geschichte oder zuerst die Figur?

Es gibt beide Varianten. Entweder fällt mir die Geschichte ein, das passiert meistens dann, wenn ich nichts zu schreiben dabei habe – in der Straßenbahn, mitten in der Nacht. ich trage sie ein paar Tage in meinem Kopf herum und entwerfe daraufhin die Figur dazu. Oder es ist umgekehrt, die Figur spukt mir im Kopf herum und ich visualisiere sie – die Geschichte ergibt sich dann aus der Figur heraus. Auch wenn die erste Idee wegweisend für ein Projekt ist, ist es trotzdem wichtig, solange daran zu feilen, bis sie hieb und stichfest ist. Das ist genauso bei Figuren und Entwürfen wie bei Stories und Handlungen.

Was sind deine nächsten Projekte?

Ich habe sehr viele Ideen im Kopf, so viele, dass es immer mehr sind, als ich zugleich umsetzen kann. Zurzeit arbeite ich an einem Kinderbuch zum Thema Gute Nacht-Kinderbuch. Am Anfang war die Idee im Kopf, ein Bild von der ersten Szene. Die Geschichte folgte auf dem Fuß. Bis sie tatsächlich für mich stimmig und in sich schlüssig war, war ein wenig Feilen notwendig. Was auch wichtig ist, ist Ideen wieder zu verwerfen. Ist sie nicht perfekt – weg damit und eine andere Variante.

Was erträumst du dir für deine Zukunft?

Von meinen Illustrationen leben zu können.

Hast du schon immer gerne gezeichnet bzw. Wie bist du zur Illustration gekommen?

Ich habe schon immer nebenbei gezeichnet. In der Schule Comics während dem Unterricht, Karrikaturen meiner Mitschüler, im Zelturlaub mit den Eltern Portraits von meiner Familie, manchmal auch von Zelt-Nachbarn. Und immer zuhause. Einige Zeit lang habe ich mich der Ölmalerei gewidmet, auch der Acryllmalerei. Mein Studium an der FH JOANNEUM in Graz habe ich mit dem Comicbuch „arada. Über die kanakische MedienKulturSprache.“ abgeschlossen, das gerade auf www.comicsgegenrechts.at online ist. Für das Magazin Peng habe ich auch Comics gemacht.

Und so sieht Kira aus:

Kira

  1. Patrick BrandstätterNo Gravatar

    Also ich bin jedes Mal begeistert von den Charakteren, die Kira sich aus dem Kopf zaubert. Sie sind auf den Punkt gebraucht, haben Charisma und sind geladen mit menschlichen Emotionen! Wäre schön, wenn mehr Magazine auf ihre Arbeiten zurückgreifen würden, anstatt sich billige Universalillustrationen aus Onlinebibliotheken zu laden!

  2. susanneNo Gravatar

    @patrick ja, stimmt. individuelle illustrationen gehen immer mehr unter, weil es ja istockphoto und co gibt. dass dann alle das selbe verwenden und die individualität verloren geht, wird leicht vergessen. umso weniger gute illustratoren trauen sich damit den schritt in die selbstständigkeit.

    an kiras figuren mag ich vor allem, dass man sich sofort damit identifizieren kann. wie du schreibst, die menschliche emotionen der figuren.

  3. Jürgen LiechteneckerNo Gravatar

    Ich hatte unlängst einen Fall wo ich mir selber von einer Stockgeschichte eine Illustration geladen habe. Geht halt schneller.. allerdings werde ich nächstes Mal an die Fr. Kira denken, ich versprechs!

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