Lifeball – so war er für mich

Der Lifeball am Samstag ist vorbei. Was bleibt sind ein paar Erinnerungen. Von unterschiedlichsten Seiten werde ich nun gefragt: “Und? Wie wars?” Tja, und da muss ich überlegen. Es war gut, aber die Erwartungen waren höher.

Mein Highlight

Ich bekam die Möglichkeit eines coolen Stylings und durfte ziemlich viel Champagner gratis schlürfen. Das alleine ist eigentlich schon großartig. Der Red Carpet war sehr interessant. Ich finde es unglaublich wie viel Mühe sich so manche Ballgäste mit ihrem Outfit gemacht haben. Respekt! Die Stimmung ist ausgelassen. Man fotografiert und wird fotografiert. Ich habe ein paar Promis gesehen, die sich meiner Meinung nach ruhig etwas ausgefallener für den Lifeball aufbrezeln hätten können. Aber das absolute Highlight optischer Natur war für mich Kenny Kröger aka. Miss Chantal St. Germaine. Dieser riesige Mann in High-Heels und Silberoutfit hat es mir angetan. Für mich eine Entschädigung für die abgesagte Modeschau. Damit hätte er auch frisch vom Laufsteg des Designer-Duos Viktor & Rolf steigen können. (Warum? Siehe dazu diesen Blogbeitrag.)

Kenny Kröger

Die Show

Als der Regen hereinbrach war ich froh, in mein Minihandtäschchen vorsorglich einen Regenschirm gezwängt zu haben. Damit musste ich auch nicht die doofen T-Mobile Regenüberzüge anziehen, wodurch plötzlich hunderte von Menschen – darunter auch Prominente wie Bill Clinton – zu wandelnden T-Mobile Werbeträgern wurden. Für den Lifeball war es schlimm, aber T-Mobile hätte nichts besseres passieren können. In gewisser Weise, war der Abbruch der Show gar nicht so Schade – abgesehen von der Modeschau natürlich – denn die Moderation von Christoph Feuerstein und Barbara Rett war eigentlich kaum zu ertragen. Vorallem mit den Kindern (Fragt mich nicht, welche Rolle die da hatten. Habe es von meiner Warte aus nicht mitbekommen.). Ich finde es immer furchtbar wenn Kinder auf die Bühne gezerrt werden, weil sie ja doch so süss sind. Und dann stellt Frau Rett im Dirndl die Frage, die völlig ohne Zusammenhang daherkam, was sich die kleine Maria (Der Name ist frei erfunden. Hab ihn mir einfach nicht gemerkt.) denn nicht wünsche. Und die Antwort ist: “Friede und dass alle auf ihre Gesundheit achten.” Aha. Wartet kurz. Ich muss mal kotzen. Wie bieder ist das denn? Wo ist der exzentrische Lifeball geblieben? Da will man von Klischees befreien und bringt dafür andere?

Rathaus versus Burgtheater

Naja, es kam dann eben das Unwetter und der Rathausplatz musste geräumt werden. Für mich gab es zwei Möglichkeiten: Rathaus oder Burgtheater. Ich entschloss mich zuerst ins Burgtheater zu gehen. Da sollte es schließlich noch Auftritte geben. Aber vom Ambiente dort war ich furchtbar enttäuscht. Der Ball im Burgtheater hatte meiner Meinung nach nichts mit dem Lifeball zu tun. Sehr gediegen. Wenig ausgelassen. Zu elitär. Zu steif. Da traffen sich Geschäftsleute, um mit ihren Geschäftspartnern bei Champagner anzubandeln. Cotillion – das ja für einen Gesellschaftstanz steht, bei dem es um das Kennenlernen neuer Partner geht – wurde also neu interpretiert. Das Ganze im pinken T-Mobile-Schein, denn der Schriftzug wanderte per Scheinwerfer durch den weißen Saal. Overbranding? Ah, geh!

Da ich vor allem wegen dem echten Lifeball hier war und um Spaß zu haben, beschloss ich auf die Musikacts zu verzichten und begab mich ins Rathaus. Dort gab es dann das gegenteilige Ambiente zum Burgtheater. Ausgelassene Stimmung. Einiges an nackter Haut – manche schöner, manche weniger schön, aber wen schockiert das bitte noch? Ich habe getrunken, ich habe getanzt, ich hab ein paar nette Leute kennengelernt. So. Aber viel anders ist es bei einer anderen Party dann auch nicht. Irgendwie beschlich mich die ganze Zeit das Gefühl: Der Lifeball ist Mainstream geworden. Ist das schlimm? Nein. Aber irgendwie umhüllt die Marke Lifeball ein Flair. Ich nenne es mal Underground-Flair – was so nicht stimmen kann, da es ja immer schon ein Medienspektakel war. Davon ist dann aber am Ball selber nichts mehr zu fühlen. Wahrscheinlich war es das, was mich enttäuscht hat bzw. mir gefehlt hat. Das Spektakuläre am feiern war nicht da. Noch enttäuschender war jedoch, dass ich tatsächlich so mancher Ort sehr schlechte Schwulenwitze und -aussagen gehört habe. Für so manchen Partygast, ist der Lifeball die größte Aufrisszone mit geringer Hemmschwelle.

Nichtsdestrotrotz würde ich sagen: Einmal sollte man es erlebt haben.

Hier noch mein Outfit und ich mit Herrn Kenny Kröger. Mehr Fotos gibt es hier (leider etwas durcheinander).

sue liechtenecker

sue liechtenecker

sue liechtenecker

sue liechtenecker & kenny kröger

  1. annaNo Gravatar

    also ich habe vor 10 jahren am lifeball (draußen, bei der bühne) gearbeitet und durfte deswegen auch reingehen und party machen.
    ich kann dich beruhigen: auch damals war es schon so :)
    hat sich nichts geändert.
    es ist einfach wie eine große faschingsparty. und da ist ja auch immer das aufbrezln das lustigste und der rest ist wie überall sonst auch.

  2. FranzNo Gravatar

    fesch, fesch… muss man schon sagen ;)

    man bzw. frau muss ja nicht immer um jeden preis auffallen… alles in allem ein durchaus gelungens outfit… vor allem die türkisen federn in der tollen frisur habens mir angetan ;)

Einen Kommentar schreiben

Passende Blogbeiträge

zu weiteren Beiträgen blättern

Foto Susanne

Das Blog von Sueholzer, indem es um alles und nichts geht, so wie im Leben auch. Aber eloquent!

Social Media Icon Social Media Icon Social Media Icon Social Media Icon

@sueholzer auf Twitter

Meistgelesene Beiträge

Sueholzer Flickr Fotostream

Tussi LaptopbagKenny KrögerDita von TeeseDita von Teeseaufgebrezeltaufgebrezelt