Mediencamp – Antwort auf Kritik

Am Samstag findet in Wien das Mediencamp statt, das ich mitorganisiere. Dieser Blogbeitrag soll keine Werbung dafür sein, da wir schon weit mehr Anmeldungen haben als ursprünglich kalkuliert. Ich möchte hier nur eingehen auf die Kritik, die vom geschätzten Herrn Leyrer auf seinem Blog geäußert wurde, wo ich nicht kommentieren konnte.

Mediencamp Logo

Lieber Martin, du schreibst:

Fällt Euch daran was auf? Richtig! Medienvertreter (also Vertreter der „klassischen” Medien) tauchen in dieser Liste nicht auf.
Und auch auf der Teilnehmerliste, die ich mir gestern etwas genauer angesehen habe, finden sich keine „Medienvertreter”. Wohl ein paar Redakteure und Redakteurinnen von FM4, Ö1 und Online-Standard und Vertreter kleinerer Verlage bzw. Selbstverleger (aktuelles, spannendes & zeitgemäßes Thema) aber außer dem „Leiter Neue Geschäftsfelder, Business Development Verlagsgruppe NEWS” finden sich keine Verleger, Zeitungs- oder Magazinherausgeber, Generaldirektoren, Chefredakteure oder andere Entscheidungsträger.

Wir als Organisatoren eines Barcamps, das sich mit dem Thema Medien auseinandersetzt in Konkurrenz mit den vielen Barcamps, die im Herbst stattfinden – auch wenn unsere Veranstaltung vor den meisten dieser Barcamps bereits eingetragen war – hatten keine Ahnung wie das Mediencamp ankommen wird. Eher hatten wir Angst, dass niemand kommt. Vor allem, weil man das Prinzip des Barcamps auch sehr stark erklären muss. Dementsprechend unwahrscheinlich ist, dass man als Barcamp Organisator es schafft, dass die “richtig hohen Tiere”, wie Magazinherausgeber, Generaldirektoren, andere Entscheidungsträger zu so einer Veranstaltung kommen. Beim Barcamp im Frühjahr diesen Jahres bei Microsoft war auch nicht der CEO zu gegen. Hattest du da ähnliche Vorstellungen, dass solche Personen hätten anwesen sein müssen? Natürlich wäre es fein, die von dir angesprochenen Personen als Gäste zu haben. Wenn du gute Kontakte zu ihnen hast, freue ich mich, wenn du uns unterstützt und ein gutes Wort für uns einlegst, damit sie kommen. Mehr als das Ganze auf die Beine zu stellen, unser Netzwerk zu aktivieren und zu hoffen, dass es die Menschen da draußen auch interessiert können wir nicht machen. Das trifft übrigens auch nicht nur auf Barcamps zu, sondern auch auf andere Konferenzen und Kongresse. Dort sind auch nur in seltenen Fällen die obere Entscheidungsebenen vor Ort.

Andererseits, ein Barcamp hat noch nie unter den großen Entscheidungsträgern stattgefunden. Interessant, dass das Mediencamp diesen Anspruch erfüllen müsste.

Ich freue mich auf jeden Teilnehmer am Samstag und ich möchte auf keinen Fall die angemeldeten “Redakteure und Redakteurinnen von FM4, Ö1 und Online-Standard und Vertreter kleinerer Verlage bzw. Selbstverleger”, so wie du schreibst, missen oder gar geringer wertschätzen. Schließlich gestalten sie Medien. Genau wie du und ich mit unseren Blogs. Insofern freue ich mich auf hoffentlich spannende Diskussionen und gute Sessions. Die Sessionvorschläge bisher klingen, für mich zumindest, schon einmal sehr interessant.

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7 Kommentare

  1. hallo,
    also ich für meinen teil freu mich drauf- und ganz besonders weil es eben nicht die 100. tagung ist bei der die ewig selben ceos und verleger reden. das ist nämlich das was mich eigentlich angesprochen hat ;-)
    lg anita zielina/ ressortleiterin inland derstandard.at

  2. @Anita
    stimmt. wenn man die reden hören will, kann man ja zu den medientagen gehen. :)

    außerdem soll ja auf einem barcamp das prinzip der gleichheit herrschen, wo jeder, egal seiner stellung sich einbringen kann. warum sollte ich dann ceos, verleger und co als wertvollere gäste einschätzen?!

  3. Wenn ich die Medientage des Vorjahres Revue passieren lasse, bedaure ich es überhaupt nicht, dass das Mediencamp – auf das ich mich schon freue – weitestgehend ohne die “Medienmacher” auskommen muss. So ist wenigstens die Wahrscheinlichkeit groß, dass der Diskurs über die Entwicklung der Medien nicht unter die Räder ego-getriebener Selbstdarstellungen gerät.

  4. Ich glaube es war Ton Zijlstra, der mal gesagt hat: If you don’t find the media that fits you create your own.

    In dem Sinne: Wenn sich die Vertreter von Old Media nicht blicken lassen, sei’s drum. Die neue Medienwelt bauen wir auch ohne sie. Wir alle.

  5. Wenn man der Barcamp Gründungslegende Glauben schenken mag ging es dabei ohnehin um eine Alternativform zu “Großkopferte planen uns die Zukunft unter’m Arsch weg”.
    Die an Open Space angelehnte offene Form zeichnet ein Barcamp aus und dass es wenig Regeln, kaum Beschränkungen (außer Platz) und keine Teilnahmegebühr gibt, nicht die Anwesenheit von Mogulen der jeweiligen Branche.
    DIe kommen eh von selber wenn der Hut wirklich brennt.

  6. Ich sehe das Problem nicht. Viele der angemeldeten Teilnehmer haben eine Vergangenheit in klassischen PR-Berufen/Medien, es ist anzunehmen, dass -bis auf vielleicht ganz Junge- kaum wer als Web x.0er angefangen hat. Wer stehen geblieben ist kennt Barcamps nicht und wird an dieser Diskussion nicht teilnehmen, wie bei allen Barcamps.
    Medientage und Journalistenvereinigungstreffen bieten sich für diese Kollegen an, bei letzteren fühle ich mich wiederum wie der bunte Hund: “was machen Sie? Podcasts?”

    Ich freue mich jedenfalls auf Samstag.

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