Anglizismen eingedeutscht
sue, am 29. Juni 2010
Vor kurzem haben wir ein paar Tage in Bella Italia verbracht. Kaum über die Grenze wollte ich unbedingt Radio hören, denn ich finde die italienische Sprache sehr schön und dieser wollte ich mich schonungslos aussetzen – auch wenn ich kein Wort verstehe. Dabei fand ich einen Werbespot äußerst witzig. Ich nehme an, dass es um ein Handy ging. Jedenfalls haben wir zwei Wörter in dem Spot verstanden: “Navigatore Touchscreen”. Das hört sich schon sehr lustig an aus dem Munde eines Italieners. Also das Wort “Touchscreen” mein ich jetzt. Dabei sind Italiener genauso wie die Franzosen dafür bekannt, Anglizismen eher skeptisch gegenüber zu sein. Genau diese Annahme brachte uns dann während der Autofahrt dazu über das Eindeutschen so mancher Wörter im Sprachgebrauch nachzudenken. Hier ein kleiner Auszug:
- Touchscreen = Berührbildschirm
- Laptop = Schoßaufsatz
- Newsletter = Nachrichtenbrief
- Clutch = Klaue
- Blackout = Schwarzaus
Man bilde daraus nun einen Satz: Als ich aus meiner überdimensional großen Klaue meinen Schoßaufsatz mit Berührbildschirm nahm, hatte das Gerät ein völliges Schwarzaus.
Was für ein Unsinn. Soll heißen: Ich mag die deutsche Sprache sehr, bin aber dennoch kein Feind von Anglizismen. Außer sie werden zu oft eingesetzt, weil dem jeweilige Sprecher keine Alternativen in der eigenen Sprache dazu einfallen bzw. er/sie meint, dass es sich ja auch so cool anhört. Vor kurzem leider in extremer Ausführung erlebt. Da hört man dann zum Beispiel, dass Marken bitteschön einen “human touch” bräuchten und doch endlich für eine “digital experience” sorgen sollten. Dafür wären dann sogenannte Content Directors zuständig oder ein CTO – Chief Twitter Officer….und so weiter und so fort.
Was ist euer liebster Anglizismus?
Übrigens, was wäre ein Italienurlaub ohne klischeehaften Ohrwurm: Gianna Nannini – Bello e impossibile! ;)













