Einen hab ich noch, einen hab ich noch!

susanne, am 25. Februar 2010

Sag mir worüber du lachst und ich sag dir wer du bist!

So könnte man die neuen wissenschaftlichen Erkenntnisse zusammenfassen, auf die Neurowissenschafter gestoßen sind. Angeblich lacht man je nach Persönlichkeitstyp über andere Witze. Welch Erkenntnis! Jeder war doch schon in Situationen, wo man einen Witz erzählt bekommt von einer Person, die einem ganz und gar nicht ähnlich ist und sich fragt, warum man darüber bloß lachen sollte. Oder umgekehrt, man erzählt einen Witz und das Gegenüber sieht einen nur verblüfft an und lächelt dann höflich.

Make me laugh!

Ich persönlich liebe ja Witze. Lange Geschichten mit einer schrägen Pointe, kurze Brüller oder total sinnlose. Leider bin ich ja auch jemand der herzlich gern über Witze lacht, sie sich aber niemals merkt. Darum möchte ich hier ein paar der wenigen wiedergeben, dich ich mir gemerkt habe (Achtung: Keine Gewährleistung für Witzigkeit). Ich würde mich freuen, wenn ihr eure Lieblingswitze in den Kommentaren ergänzt.

Los geht’s mit meiner kargen Sammlung:

  • Sitzen zwei Semmel auf der Mauer. Die eine fällt runter. Die andere heißt Fritz.
  • Geht ein Kaugummmi um die Ecke und bleibt picken.
  • Ein Mann wartet auf die Nachricht des Arztes wie die Geburt seines Kindes verlaufen ist. Der Arzt kommt aus dem Kreissaal mit dem Kind. Plötzlich nimmt der Arzt das Kind und wirft es auf den Boden. Der Mann ist völlig entsetzt. Da entgegnet der Arzt: “April, April, war eh scho tot.”

Wer Witze in der Art der ersten beiden Beispiele mag, der gehört laut Wissenschafter zu der Gruppe der “Erfahrungssuchenden”, die gerne neue Eindrücke sammeln und eher einen unkonventionellen Lebensstil pflegen. Aha.

Apropos, besonders witzig finde ich die Cartoons von nichtlustig.de. Besser als jeder Witz.

Quelle: http://www.nichtlustig.de

Quelle: http://www.nichtlustig.de

Auf diese Geschichte bin ich übrigens via orf.at gestoßen.

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Kulturkritik

susanne, am 11. Januar 2010

Dieses ganze Dissen eines Films wie New Moon (siehe mein letzter Blogeintrag), der offensichtlich bei den Massen gut ankommt, erinnert mich an einen Artikel in der November 2009 Ausgabe des brandeins Magazins zum Thema Kunst und die Arroganz der sogenannten “Elite” gegenüber Popkultur. Darin heißt es:

Ein finnischer Problemfilm mit ungarischen Untertiteln ist ein Kunstwerk. Eine Hollywood-Produktion mit mehr als einer Million zahlender Kinobesucher kapitalistisches “Blendwerk”. Einen Bestseller liest man, wenn überhaupt, heimlich. Musik, die in der Hitparade landet, hat man nie gehört. Schön, wahr und gut ist nur das Randständige. Denn nur Kunst, die die Massen nicht verstehen und folgerichtig auch nicht kaufen wollen, entzieht sich den Machinationen des Kapitalismus. Was wunderlich ist, muss wahr sein.

Weiter:

Diese vermeintlich so “fortschrittliche” und “systemkritische” Einschätzung lebt vor allem aber von Geschmack und Arroganz.

Außerdem:

Dass Populärkultur ein Ausdruck der Demokratisierung des Kunstgeschmacks sein könnte, spielt eine Nebenrolle. Darin lebt die Verachtung der Eliten fort, die ihre “schönen Künste”, ihre Hochkultur über die des Volkes stellten.

Das unterstreicht sehr schön meine Wahrnehmung von so manchen Menschen. Die unbedingte Abgrenzung von der Masse und das sich Herausstellen indem man das was der Masse gefällt als schlecht abtut und sich Kunst-Statussymbole zulegt (sei es durch Kauf oder Konsum). Am besten ausgefallen oder schwer zugänglich. Das ist meiner Meinung nach übrigens nicht besser als eine Louis Vuitton Handtasche oder einen Porsche zu kaufen, das meist von eben den gleichen Personen als profan hingestellt wird.

Dazu ebenfalls ein kleiner interessanter Auszug aus dem brandeins:

Es geht um Wahrnehmbarkeit. Unterscheidbarkeit. Das ist die ganze Kunst. Und für diese Kunst ist nichts zu teuer, zu aufwendig. Das bestätigt auch die Evolutionstheorie, das Meisterwerk des Charles Darwin. In seinem “On The Origin of Species” taucht ein bunter Vogel auf – der Pfau. Dieses Tier fliegt miserabel, verfügt über keinerlei Bordwaffen, dafür aber über ein auffälliges Federkleid. Das Pfauenmännchen breitet diesen Schmuck gern zu einem Rad aus und begleitet diese Show mit einem durchdringenden Gekrächze. Er tut eigentlich alles, um gefressen zu werden. Wie kann sich ein solches Tier in der Evolution behaupten?, fragte sich Darwin. Es dauerte einige Zeit, bis er das Rätsel lösen konnte. Das auffällige Gehabe ist für Pfauenweibchen ein deutliches Zeichen für die Fitness und damit Überlegenheit ihres Partners. Der eitle Pfau ist ein idealer Reproduktionspartner. Er hat es nicht nötig, sich zu verstecken. Wer sich das leisten kann, muss schon ein toller Hecht sein. Wie der Pfau, so der Mensch.

Schön, nicht alles was Mainstream ist ist gut (wer auch immer das beurteilen kann), aber das wirkliche Leben ist doch so, dass niemand besser ist als ein anderer. Das Anderssein oder das Anderssein-wollen ist auch in Ordnung und normal, aber nicht indem man sich über andere stellt, sondern durch die Einstellung zu allem zu stehen was einem gefällt – ob Mainstream oder nicht, ob große Kunst oder Trash – ohne Gedanke wie das auf meine “Personal Brand” wirkt.

Vielleicht ist das aber auch zu hoch gegriffen und der Umstand, dass ich diesen Beitrag verfasse die Widerlegung meiner eben aufgestellten Formulierung, denn jeder ist wie er ist, egal welchem Statussymbol oder -verhalten er nachjagt.

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