Tod den Muckerln und der Coolheit

Mein Leben hat sich verändert. Nein. Falsch. Das stimmt nicht. Mein Leben hat sich gar nicht so sehr verändert. Meine Prioritäten haben sich verändert. Irgendetwas in mir schreit nach mehr Häuslichkeit. Ich weiß nicht warum. Ich finde das auch gar nicht übel. Das Ergebnis sind leckere Desserts und Kuchen, an denen ich plötzlich interessiert bin sie selbst zu kochen bzw. zu backen, Unmengen von Hauben und Schals, die wohl bis Weihnachten noch von mir hergestellt werden und sonstige andere DIY-Projekterl. Dinge, bei denen man sich auf seine innere Hausfrau besinnen muss. Etwas, dass mir immer ein Graus war. Vom Nachtschwärmer zur Business-Woman hin zu Martha Stewart – auch wenn sich die drei Rollen nicht immer ausschließen müssen. Meine Mutter ist davon so völlig verwirrt, weil sie mich mit rebellischer Abwehrhaltung gegenüber solchen Dingen in die Welt hinausziehen sah, und wirft mir nun vor offensichtlich viel zu viel Zeit zu haben. Die könnte ich doch viel besser nutzen und endlich Journalistin werden, wie sie es sich immer für mich gewünscht hat, denn das was ich jetzt so mache, findet sie immer noch komisch. ;))) Mama, das wird wohl nie passieren.

 

Eine Erklärung ist sicherlich, dass all diese – ich nenn es jetzt mal – häuslichen Dinge mit der Retro-Hipster Welle plötzlich cool sind. Das sicher. Aber es ist noch mehr. Zumindest fühlt es sich so für mich an. Ihr seht, so ganz habe ich das für mich noch nicht durchschaut.

 

Aber so kommt es, dass ich dieses Wochenende für Gäste einen leckeren Nachtisch gezaubert habe und mich aufgrund dessen am Tod gefühlter 1.000er Obstfliegen geweidet habe. Das heißt, ich hab ihn für euch: Den ultimativen Tipp zum Muckerl vernichten!

 

Ich weiß, die Spannung ist unerträglich und ihr wollt den Trick unbedingt wissen. Davor möchte ich aber noch auf meinen leckeren Nachtisch (von dem ich natürlich vergessen habe ein Foto zu machen – mein Instagram-Hipster-Karma ist dadurch sicherlich schwer beschädigt worden) hinweisen. Es gab Schokoküchlein nach einem sehr feinen Rezept von The Stepford Husband. Ich kann nur sagen, danke Kevin – es war ein Genuss und sehr einfach und schnell zubereitet. Dazu gab es eine Eigenkreation: Karamelisierte Ananas, eingekocht mit Rum und Pflaumenwein.

 

Mit der Ananas kamen auch die lästigen Viecher daher. Es war fast schon eine Invasion von Muckerln, die sich immer wieder in eine neue Angriffslinie brachten, um mir lästig um den Kopf zu schwirren. Aber nicht mit mir! Pah! Und jetzt kommt’s: Schnell ein mit Essig gefülltes Glas aufgestellt mit einem Spritzer Spülmittel rein, damit es keine Oberflächenspannung gibt. Die perfekte Falle. Die Obstfliegen dachten wohl, ich lad sie auf eine Party ein. Und Pow! Ab in den Essig und dort geblieben. In meiner “Die Tribute von Panem”-Welt (die Trilogie ist so nebenbei absolut empfehlenswert) fühle ich mich wie die Protagonistin, die ihren Gegnern überlegen ist. Ja, auch kleine Erfolge kann man übertrieben groß feiern.

 

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2 Kommentare

  1. Na sehr gut. Und meine Mitbewohnerin hat vorige Woche extra eine Obstfliegenfalle gekauft in welcher sage und schreibe 1 Muckerl ersoffen ist. Bin dir also herzlich dankbar für den Tipp! :-)

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